Einkommensrunde 2020

21.09.2020

Dritte Runde erzielt Corona-Kompromiss im öffentlichen Dienst

dbb Sonderseite EKR 2020

Tarifeinigung mit Bund und Kommunen 

Eine lineare Erhöhung von insgesamt mindestens 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monate – das ist das lineare Ergebnis der Tarifverhandlungen mit Bund und Kommunen in Kürze. 

„Das Machbare haben wir erreicht“, bilanzierte dbb Verhandlungsführer Ulrich Silberbach am gestrigen Morgen vor der dbb Bundestarifkommission (BTK). „Genauso wichtig ist, dass wir beim leidigen Thema Arbeitsvorgang standhaft geblieben sind. Verschlechterungen bei der Eingruppierung haben wir verhindert."

"Angesichts der Corona-Pamdemie und der Fülle an Diskussionspunkten, ist es trotz aller Schwierigkeiten ein akzeptables Ergebnis geworden." erklärte Jutta Endrusch, stv. Vorsitzende des VBE und Mitglied der Bundestarifkommision des dbb. "Wir freuen uns, dass die Arbeitgeberseite besonders die Leistungen im Gesundheitsbereich anerkannt haben." 

Bei anderen Leistungsträgern des öffentlichen Dienstes, etwa in Ordnungsämtern, Jobcentern oder der allgemeinen Verwaltung war diesmal nicht mehr durchzusetzen, darum war es besonders wichtig, die von den Arbeitgebern geforderte dreijährige Laufzeit zu verhindern.

Die BTK hat dem Kompromiss zugestimmt.

Die wesentlichen Bestandteile der Tarifeinigung

  • Lineare Erhöhung ab 1.4.2021 um 1,4% (mind. 50€, Azubis 25€) und ab 1.4.2022 um 1,8% (Azubis 25€), Laufzeit 28 Monate
  • Erhöhung der Jahressonderzahlung um 5% (für E1-8)
  • Eine einmalige Corona-Sonderzahlung (E1-8 600€, E9-12 400€, E13-15 300€, Azubis VKA 225€, Azubis Bund 200€)
  • Eine monatliche Pflegezulage für alle Beschäftigten der P-Tabelle (1.3.2021 70€, 1.3.2022 nochmal 50€, insgesamt 120€)
  • Absenkung der Arbeitszeit Ost auf das West-Niveau in zwei Schritten von 40 Stunden auf 39,5 (Januar 2022) und 39 Stunden (Januar 2023)

Downloads zum Ergebnis:
Einigungspapier
Flugblatt dbb
Vorläufige Tabelle SuE
Die dbb-Sonderseite erreichen Sie, wenn Sie auf die Grafik oben klicken. 

____________________

21.09.20 Enttäuschende zweite Verhandlungsrunde mit Bund und Kommunen in Potsdam

Am 19. und 20. September 2020 wurden die Tarifverhandlungen zur Einkommensrunde mit dem Bund und den Kommunen in Potsdam fortgesetzt. Die Arbeitgeberseite hat auch in dieser zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Mit Hinweis auf die enormen finanziellen Belastungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie haben Bund und Kommunen jedes Entgegenkommen abgelehnt und erneut einen Tarifabschluss mit äußerst geringem Umfang und extrem langer Laufzeit gefordert.

Jutta Endrusch, stv. Vorsitzende des VBE und Mitglied der Bundestarifkommision des dbb, erklärte dazu: "Die kommunalen Arbeitgeber haben einfach gar nichts angeboten. Das ist ein Unding nach den Leistungen, die der öffentliche Dienst in Corona-Zeiten erbracht hat und täglich noch erbringt. Was nützt uns der Beifall, wenn die VKA mit Bleifuß auf der Bremse steht."

Einkommensrunde 2020

2. Verhandlungsrunde in Potsdam. Foto: Friedhelm Windmüller

"In Potsdam und in den zurückliegenden zwei Wochen wurden viele Themen besprochen und zahlreiche Papiere ausgetauscht. Aber wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, geht es ums Wollen. Daran hat es bei den Arbeitgebern an diesem Wochenende gefehlt. Bund und Kommunen haben noch immer kein Angebot vorgelegt“, kritisierte dbb Tarifchef Volker Geyer.

Wenn gerade die VKA schnelle Verhandlungen fordert, wäre es wichtig gewesen, am Ende der zweiten Verhandlungsrunde Signale zu haben, was möglich ist. Die Gewerkschaften haben an den vergangenen beiden Tagen in Potsdam ihre Forderungen erneut begründet. Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die verschiedenen Bereiche des öffentlichen Dienstes sind, um das Land am Laufen zu halten.

Jetzt hängt alles an der dritten und letzten Verhandlungsrunde. Die Verhandlungen werden am 22. und 23. Oktober 2020 in Potsdam fortgesetzt.

Flugblatt Einkommensrunde "Wenn Fakten nicht zählen"

Hintergründe zur EKR finden Sie auf der dbb Sonderseite: Klicken Sie bitte auf die Grafik oben.

_________________________

02.09.20 Nach dem Auftakt zur Einkommensrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am 1. September 2020 in Potsdam war kein Wille zu irgendeinem Kompromiss auf Seiten der VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) zu erkennen. Im Gegenteil - zumindest die Kommunen setzen lieber aufs Mauern.

Jutta Endrusch, stv. Vorsitzende des VBE und Mitglied der Bundestarifkommision des dbb, erklärte nach der Verhandlung: "Die VKA will eine Nullrunde mit langer Laufzeit, aber eine Null hilft den Beschäftigten noch nicht mal über die Teuerungsrate und bedeutet de facto ein Einkommensverlust. Nachdem der öffentliche Dienst - insbesondere mit seinen Bereichen Pflege sowie Erziehung -  im Frühjahr bei der Corona-Bewältigung mit Beifall bedacht wurde, geht es jetzt offensichtlich nur noch um die Sanierung der Wirtschaft. Die versprochene Wertschätzung - wieder einmal Fehlanzeige!"

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde werden die Beschäftigten auf Straßen und Plätzen im ganzen Land Protestaktionen durchführen, um den Arbeitgebern zu zeigen, was sie von so einem Vorhaben halten. dbb-Chef Ulrich Silberbach dazu: „Die VKA lässt uns gar keine andere Wahl.“

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 19. und 20. September in Potsdam geplant.

Flugblatt Einkommensrunde

____________________________

25.08.20 Bundestarifkommission: Zentrale Forderung ist 4,8%

Die Bundestarifkommission (BTK) des dbb beamtenbund und tarifunion (dbb), der der Verband Bildung und Erziehung (VBE) als größte Fachgewerkschaft im dbb angehört, und verdi haben heute in Berlin die Forderungen für die Einkommensrunde 2020 für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aufgestellt. Zentrale Forderung ist dabei die lineare Erhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro mehr Einkommen bei einer Laufzeit von einem Jahr.

Jutta Endrusch, stv. Vorsitzende des VBE NRW und Mitglied der BTK, erklärt dazu: „Gerade in Krisenzeiten ist Applaus zwar schön, Wertschätzung muss sich aber auch in angemessener Bezahlung ausdrücken.Diese Forderungen erheben wir nicht trotz, sondern gerade wegen Corona, denn mithilfe der Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben wir die Krise bis heute so gut gemeistert.“

In Zeiten eines eklatanten Mangels von pädagogischem Fachpersonal im frühkindlichen Bereich, der sich in der Zukunft eher noch verschärfen wird, und einer weiterhin unangemessen niedrigen Bezahlung für diese Kolleginnen und Kollegen sind die heute gestellten Forderungen mehr als gerechtfertigt, um die Attraktivität des Berufes langfristig zu erhöhen und den künftigen Personalbedarf sicherstellen zu können.

Der Auftakt zur Tarifrunde findet am 01. September 2020 in Potsdam statt. Für den 19./20. September 2020 und den 22./23. Oktober 2020 sind zwei weitere Verhandlungsrunden in Potsdam geplant. Der VBE wird an dieser Stelle weiter berichten.

Die Kernforderungen:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro (Laufzeit 12 Monate)
  • Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte um 100 Euro
  • Angleichung der Arbeitszeit Ost an West
  • Verbesserung der Arbeits- und Entgeltbedingungen im Pflegebereich
  • Verlängerung und Verbesserung der Regelungen zur Gewährung von Altersteilzeit

_________________________

18.06.20 dbb kündigt Tarifvertrag

„Die Wertschätzung der kommunalen Arbeitgeber für ihre Beschäftigten hat den ersten ernsthaften Belastungstest nicht bestanden“, fasste dbb Tarifchef Volker Geyer das enttäuschende Gespräch mit der VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) am 16. Juni 2020 in Berlin zusammen.

Er empfahl folglich der Bundestarifkommission (BTK) des dbb, die Herausforderung einer Einkommensrunde in Pandemiezeiten anzunehmen, also umgehend und umfassend mit den Vorbereitungen für eine Tarifauseinandersetzung zu beginnen. Die BTK nahm den Vorschlag mit großer Mehrheit an. Somit beginnt am 1. September 2020 die Einkommensrunde zum TVöD mit Bund und Kommunen.

Es wäre ein starkes Zeichen gewesen, wenn wir gemeinsam gezeigt hätten, dass wir uns unserer besonderen Verantwortung bewusst sind – für die Gesellschaft, aber genauso auch für die systemrelevanten Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ein Zeitplan, bei dem man nicht so tut, als sei nichts geschehen, wäre hier ein starkes Zeichen der Vernunft gewesen. Dafür war die VKA nicht zu gewinnen.

Zunächst wird der dbb jetzt die entsprechenden Tarifverträge kündigen. Damit sind wir ab September aktionsfähig.

Download Flugblatt EKR 2020, Nr. 2: Konfrontation statt Wertschätzung

__________________________

03.06.20 BTK beschließt weiteres Vorgehen

Der 3. Juni 2020 war im tarifpolitischen Kalender als Termin für die so genannte Forderungsfindung zur Einkommensrunde 2020 mit Bund und Kommunen vorgesehen. Die BTK (dbb Bundestarifkommission) hat aufgrund der Corona-Pandemie die Entscheidung über die Kündigung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) vertagt. Gleichzeitig wurde die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am 16. Juni 2020 beschlossen.

dbb Chef Ulrich Silberbach erläuterte die politische Lage und verwies dabei auf tagesaktuelle Meldungen, die deutlich machen, dass diejenigen, die dem öffentlichen Dienst vor kurzem noch Applaus für seinen großartigen Einsatz gezollt hätten, nun schon wieder davon sprechen, diesen öffentlichen Dienst gesundschrumpfen zu wollen.

dbb Tarifchef Volker Geyer warb dafür, in den anstehenden Gesprächen mit Bund und Kommunen die Vorteile der verschiedenen zeitlichen Optionen mit allen Tarifpartnern zunächst in ungekündigtem Zustand auszuloten und zu diesem Zweck auf eine Vorfestlegung zu verzichten.

Nach einem Gespräch der Gewerkschaften mit der VKA am 16. Juni 2020 wird die BTK die neue Sachlage in einer weiteren Sitzung am 18. Juni 2020 bewerten.

Hinweis: Der dbb ist die Dachorganisation des VBE.

dbb Seite: Erste Sondierungsgespräche am 16. Juni

Weiterlesen: dbb aktuell EKR 2020/Nr 1

Weitere Artikel im Bereich ""
19.02.2020
Überleitung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zum 01.01.2020

§ 29e TVÜ-L

10.07.2019
Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase

Flyer Informationen für neueingestellte Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase

22.03.2018
Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase: Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen?

Es gibt mittlerweile konkretere Anzeichen, dass die Landesregierung Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen plant. 

15.03.2018
DKLK-Studie 2018 untersucht Wertschätzung und Anerkennung von Kitaleitungen

Am 07. März 2018 wurden im Rahmen des Deutschen Kitaleitungskongresses die Ergebnisse der DKLK-Studie 2018 veröffentlicht. Der VBE ist Veranstaltungspartner und war durch Udo Beckmann (Bundesvorsitzender) und Stefan Behlau (Landesvorsitzender NRW) beim Pressegespräch vertreten.

22.02.2016
Korrektur der Eingruppierung sozialpädagogischer Fachkräfte

in der Schuleingangsphase an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen

08.01.2016
SuE: Neue Entgelttabellen online

Sozial und Erziehungsdienst

Grafik: © VBE NRW
Ihre Qualifizierung vor Ort

Termine, Orte und Anmeldung

Grafik: VBE NRW
Corona: Was Sie wissen sollten

Schulbetrieb in Corona-Zeiten

Grafik: VBE NRW
SL zur Corona-Situation

Forsa Umfrage i. A. d. VBE

Grafik: VBE NRW
Schule heute 11/20

Regelbetrieb in Kitas


URL dieses Artikels:
http://www.vbe-nrw.de/menu_id/77/content_id/5824.html

VBE-Bezirksverbände

Arnsberg Detmold Düsseldorf Köln Münster

copyright © 2001 - 2019 Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW